Nicht überall in Afrika ist es so saftig grün, wie derzeit auf den Fußballfeldern und Trainingsplätzen der WM-Teilnehmer. Im Niger bahnt sich derzeit eine große Hungersnot an, die aufgrund einer langanhaltenden Dürreperiode und der schlechten Ernte 2009 die Menschen dort in Gefahr bringt. Viele Bauern haben bereits ihr kostbares Saatgut gegessen, neue Felder können so nicht bestellt werden. Die Welthungerhilfe ist nun aktiv geworden und klärt zur Zeit die dortige Lage. Bereits 1999 musste sich die Hilfsorganisation aus dem Niger nach langjähriger Arbeit zurückziehen, da keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung standen. Damals wurden den Bauern dort Hilfestellung in der Agrarwirtschaft gegeben. Doch in Anbetracht der derzeitigen Situation ist die Welthungerhilfe zurück und braucht nun jede Unterstützung.
Nachtrag vom 15.06.2010:
Welthungerhilfe Mitarbeiterin Caroline ist direkt vor Ort und schildert eindrucksvoll, was sie dort erlebt. Hier gehts direkt zum Bericht.
Wer Farmville kennt und Spaß dran hat, der kann jetzt mal was Gutes tun beim Feldbestellen. Die Welthungerhilfe sammelt Spenden in Form von Setzlingen, die Ihr ganz einfach per Mauklick auf Euren Feldern platzieren könnt. Dabei seht Ihr auch gleich, was damit alles erreicht werden kann und wie die Hilfe pro Setzling immer mehr wächst. Schaut es Euch an und unterstützt die Millenniumsdörfer der Welthungerhilfe.
Nun sind auch die ersten Fotos und ein Shortmovie vom Daniel zum Projekt der Welthungerhilfe online, im Blog schreibt BAP Frontmann Wolfgang Niedecken und schildert seine Erlebnisse.
Kurz zur Erinnerung: Im Januar 2002 wurde die einzige Landebahn des International Airport Goma im Kongo durch den Ausbruch des Vulkans Nyiragongo zu mehr als einem Drittel zerstört und mit unüberwindbaren Lavamassen verschüttet. Seitdem ist es nahezu unmöglich für größere Maschinen zu starten bzw. zu landen, immer wieder kommt es zu schweren Unfällen. Startfehlversuche endeten zuletzt im März 2008 im direkt angrenzenden Marktbereich von Goma, etliche Tote und zahlreiche Verletzte waren das traurige Resultat dieser Katastrophe. Da dieser Airport ein für Hilfsorganisationen strategisch wichtiger Stützpunkt ist und durch die Beeinträchtigung des Rollfeldes die arbeiten erheblich erschwert, ja sogar teilweise unmöglich geworden sind, hat die Welthungerhilfe dieses Projekt im Auftrag des Auswärtigen Amtes in Berlin mit einem Budget von 15 Millionen Euro gestartet.
Ein interessantes Projekt, was in diesem Blog auch weiterhin unter Beobachtung bleibt.
Vor kurzem Berichtete ich über die Wiederaufbauaktion des International Airport Goma der Welthungerhilfe, deren Spatenstich am 20.04. stattfand. Mit dabei war auch Wolfgang Niedecken, Frontman und Sänger von BAP, der sich seit Jahren für dieses und ähnliche Projekte stark engagiert. Seinen detaillierten Erfahrungsbericht gibt es jetzt auf der Webseite der Band nachzulesen. Es lohnt sich!
Wenn ich mit meinem Kaffee am Frühstückstisch sitze und in der Zeitung lese, dann merk ich erst wieder, wie beruhigend so ein Leben im zivilisierten Bielefeld doch eigentlich sein kann. Ich brauche mir keine Sorgen machen, dass irgendwelche Milizionäre nachts meine Hütte anstecken oder gar meine Schwester schänden und Ihre Kinder verbrennen. Hier in Bielefeld gibt es sowas nicht, nein, das ist alles ganz weit weg.
Genaugenommen sind es gut zwei Tagesreisen. Der Schreckensschauplatz dieser Taten liegt, leider nicht zum ersten Mal, in der Demokratischen Republik Kongo, etwa 150 Kilometer von der Provinzhauptstadt Goma entfernt. Aber auch die Entfernung ist dann doch mehr relativ, geht es hier schließlich um Menschenleben. Lassen wir das Politische mal außen vor, so sind dort dennoch etliche Menschen, die dringend Hilfe benötigen, denen es am Nötigsten fehlt und die – das ist das Schlimme – gar nichts dafür können. Neben den dort operierenden Hilfsorganisationen leistet derzeit die Welthungerhilfe eine große Wiederaufbauaktion, die den Weg für viele weitere Projekte erst ebnet. Durch den Vulkanausbruch im Jahre 2002 wurde die Landebahn des Flughafens von Goma so massiv beschädigt, dass große Verkehrs- und Transportflugzeuge nur unter katastrophalen Bedingungen starten und landen können. Durch die Eruption ist die ursprünglich 3.000 Meter lange Piste zu einem Drittel verschüttet worden, notdürftig hatten anschließend UN-Truppen einen Teil davon wieder frei gelegt. Dennoch kommt es heute fast wöchentlich zu schweren Unfällen mit hunderten Toten, da Startfehlversuche direkt im angrenzenden Wohngebiet enden.
Aber ich gestehe, auch ich hätte das alles wie immer nur so nebenbei in der Presse verfolgt, wenn nicht aktuell und mitten im Geschehen mein Freund Daniel wäre. Als Filmemacher und Produzent ist er ständig dort, wo eigentlich sonst keiner seiner Branche hin möchte und filmt dann das, was wir abends bei RTL in den Nachrichten sehen. Er war schon während des Tsunami in Sri Lanka, beim Erdbeben in Pakistan und 2008 im Irak. Aktuell begleitet er die Welthungerhilfe und dokumentiert die Arbeiten rund um den Wiederaufbau des Gomaer Flughafens. Abends über Skype bekomme ich dann immer direkt Bericht erstattet und ich muss sagen, das ist schon bemerkenswert, was da so läuft. Nun hoffe ich, dass er gesund wieder kommt, tolle Bilder macht und ich ihn bald wieder in Berlin besuchen kann.