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Rauchen in der Schwangerschaft

Schon sehr lange beschäftige ich mich mit diesem Thema und immer wieder rege ich mich maßlos über werdende Mütter auf, die mit ihren dicken Bäuchen durch die Gegend rennen und dabei genüsslich eine nach der anderen rauchen. Scheinbar fehlt hier die Aufklärung und mit meiner puren Naivität ging ich davon aus, dass man im 21. Jahrhundert eigentlich genug informiert ist, um so einen Blödsinn zu unterlassen. Und es sind ja nicht nur die Mütter alleine, die ihre ungeborenen Kinder gefährden, oftmals raucht im Haushalt der männliche Part gleichermaßen viel und dazu noch in der geschlossenen Wohnung, was ebenso schädlich ist. Hier sind also beide gefragt, Vernunft walten zu lassen und der Partner aufgefordert, psychologische Unterstützung zu geben.

Ich habe selbst bereits viele Schwangere darauf angesprochen und bekomme immer wieder die selben Ausreden zu hören: “Mein Arzt hat gesagt, es ist für das Kind schlimmer, wenn ich sofort aufhöre, als wenn ich weiter rauche” oder “Ich rauche ja nur ganz wenig am Tag, nicht mehr so viel wie früher”. Diese Aussagen von Ärzten waren wohl früher an der Tagesordnung, gehören aber längst der Vergangenheit an und genügend Studien belegen, dass dies völliger Quatsch ist.

Ich möchte hier nun mal die möglichen Risiken aufzeigen, die durch Nikotingenuss während der Schwangerschaft auftreten und damit im Grunde das komplette Leben eines solchen Kindes begleiten können.

Schon die kleinste Menge Nikotin führt zu einer verringerten Durchblutung der Plazenta. Damit können Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr ungehindert dem Kind zugeführt werden. Folgen daraus: zu geringes Geburtsgewicht, ein um 60% erhöhtes Risiko des plötzlichen Kindstods (geht man von etwa 10 Zigaretten pro Tag aus. Bei 20 Zigaretten steigt das Risiko sogar auf das 8-fache!) und die berühmte Hyperaktivität. Des Weiteren treten Früh-, Fehl- oder gar Totgeburten auf oder die Ablösung der Plazenta. Forscher haben sogar herausgefunden, dass Rauchen in der Schwangerschaft dazu führen kann, dass das Gehirn nicht so wächst wie es soll und damit die Intelligenz des Kindes massiv beeinträchtigt wird. Und nicht zuletzt das Risiko einer Krebserkrankung. Forscher konnten massiv Krebs erregende Stoffe im Blut von Ungeborenen nachweisen, also können diese Substanzen den Mutterkuchen ungehindert passieren, der eigentlich eine Barrierefunktion hat.

Frage also: wie kann ein geistig einigermaßen fitter Mensch einem ungeborenen Menschen so etwas zumuten? Ist es tatsächlich die Sucht, die unkontrollierbar ist?

Genauso wenig verstehe ich, wie Eltern mit Kindern auf dem einen Arm in der anderen Hand eine Zigarette halten oder eben, wie oben schon erwähnt, in der Wohnung rauchen. Ich hoffe, dass immer mehr Leute das Bewusstsein für diese Problematik erlangen und es in Zukunft mehr Nichtraucher gibt.

Hier eine Diplomarbeit zum Thema: Suchtmittelkonsum in der Schwangerschaft – Ein Beratungskonzeot für die gynäkologische Fachpraxis

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