Heut hab ich mir endlich mal eine Vuvuzela an der Tankstelle gekauft, dort liegen die Dinger schon seit Wochen rum. Wer jetzt nicht weiß, was das ist, der sollte mal hier lesen ->Vuvuzela. Habt Ihr auch schon eine? Wenn nicht, bei Shell kosten die 2,99 Euro, also los!

Wenn ich mit meinem Kaffee am Frühstückstisch sitze und in der Zeitung lese, dann merk ich erst wieder, wie beruhigend so ein Leben im zivilisierten Bielefeld doch eigentlich sein kann. Ich brauche mir keine Sorgen machen, dass irgendwelche Milizionäre nachts meine Hütte anstecken oder gar meine Schwester schänden und Ihre Kinder verbrennen. Hier in Bielefeld gibt es sowas nicht, nein, das ist alles ganz weit weg.
Genaugenommen sind es gut zwei Tagesreisen. Der Schreckensschauplatz dieser Taten liegt, leider nicht zum ersten Mal, in der Demokratischen Republik Kongo, etwa 150 Kilometer von der Provinzhauptstadt Goma entfernt. Aber auch die Entfernung ist dann doch mehr relativ, geht es hier schließlich um Menschenleben. Lassen wir das Politische mal außen vor, so sind dort dennoch etliche Menschen, die dringend Hilfe benötigen, denen es am Nötigsten fehlt und die – das ist das Schlimme – gar nichts dafür können. Neben den dort operierenden Hilfsorganisationen leistet derzeit die Welthungerhilfe eine große Wiederaufbauaktion, die den Weg für viele weitere Projekte erst ebnet. Durch den Vulkanausbruch im Jahre 2002 wurde die Landebahn des Flughafens von Goma so massiv beschädigt, dass große Verkehrs- und Transportflugzeuge nur unter katastrophalen Bedingungen starten und landen können. Durch die Eruption ist die ursprünglich 3.000 Meter lange Piste zu einem Drittel verschüttet worden, notdürftig hatten anschließend UN-Truppen einen Teil davon wieder frei gelegt. Dennoch kommt es heute fast wöchentlich zu schweren Unfällen mit hunderten Toten, da Startfehlversuche direkt im angrenzenden Wohngebiet enden.
Aber ich gestehe, auch ich hätte das alles wie immer nur so nebenbei in der Presse verfolgt, wenn nicht aktuell und mitten im Geschehen mein Freund Daniel wäre. Als Filmemacher und Produzent ist er ständig dort, wo eigentlich sonst keiner seiner Branche hin möchte und filmt dann das, was wir abends bei RTL in den Nachrichten sehen. Er war schon während des Tsunami in Sri Lanka, beim Erdbeben in Pakistan und 2008 im Irak. Aktuell begleitet er die Welthungerhilfe und dokumentiert die Arbeiten rund um den Wiederaufbau des Gomaer Flughafens. Abends über Skype bekomme ich dann immer direkt Bericht erstattet und ich muss sagen, das ist schon bemerkenswert, was da so läuft. Nun hoffe ich, dass er gesund wieder kommt, tolle Bilder macht und ich ihn bald wieder in Berlin besuchen kann.
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Foto: Daniel Lorenz